Zum Inhalt:
Diese Seite enthält Informationen für jene, die gerne in Deutschland
ein Studium beginnen möchten, oder für einige Semester "hinüberfahren".
Ich möchte hiermit jenen unter euch helfen, die ernsthaft vorhaben in
Deutschland zu studieren. Ich selber habe am Anfang auch Schwierigkeiten gehabt,
und das wird jeder(m) so ergehen. Aber du kannst die Probleme mit Sicherheit
minimieren, zB durch die Erfahrung anderer; das war bei mir leider nicht der
Fall...
Was du wann machen musst, wohin du gehen musst, worauf du achten solltest
erkläre ich an meinem Beispiel. Ganz kurz etwas zu mir: Im Sommer 2001
hab ich in Hermannstadt am Brukenthal-Lyzeum das Abitur erfolgreich abgelegt. Im letzten
Schlujahr hab ich auch das "Deutsche Sprachdiplom" (zweite Stufe) gemacht.
Seit dem Herbst 2001 studiere ich Elektro- und Informationstechnik an der
TU-München (Schwerpunkte im Hauptstudium: Automatisierungstechnik, Medizintechnik
und Mechatronik). Viele von den unten genannten Links beziehen sich daher
auf München. Für entsprechend andere Städte musst du selber
suchen - es müsste sich alles leicht herausfinden lassen.
Im Nachhinein muss ich allerdings sagen, fast nichts gewusst zu haben hat
auch einiges für sich gehabt - und für Abenteurer ist es so sicher
ok - ich bin in dieser Hinsicht kein Abenteurer, ab und zu wärs doch gut gewesen
einiges im Voraus gewußt zu haben.
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Wahl des Studienganges und
der Hochschule:
Was kann ich wo studieren? Über die angebotenen Studiengänge informieren
die Hochschulen i. a. sehr gut. Über Suchmaschinen findet man leicht
zu den Hochschulen in Deutschland. Die beiden großen Unis in München
sind www.tum.de und www.lmu.de;
ausserdem gibt es auch eine Fachhochschule www.fhm.de
ein Hochschule für Musik und Theater www.musikhochschule-muenchen.mhn.de
und etliche andere. Viele studieren lieber an Fachhochschulen als an Universitäten
oder Hochschulen. Was ist eine Fachhochschule?
Ich hatte mich damals für den Studiengang Elektro-und Informationstechnik
an der TU-München entschieden. Meine Wahl des Hochschulstandortes ist
von drei wichtigen Tatsachen beeinflusst worden:
- Ich hab Verwandte in München.
- die Berge sind sehr nahe.
- ist die Stand der Ausbildung an der TUM im Bereich der Ingenieurwissenschaften
gut.
An jeder Uni gibt es auch ein Zentrum für Studienberatung. Da kannst
du alles erfragen; per mail dauert es oft lange bis eine Antwort kommt (Studienberatung
an der TUM).
einige Hochschulstandorte in Deutschland - die Liste
ist bei weitem nicht vollständig
| Stadt | Universität/en | Lebenskosten*) |
| Berlin | www.hu-berlin.de, www.fu-berlin.de, www.tu-berlin.de | mittel |
| Leipzig | www.uni-leipzig.de , www.htwk-leipzig.de , www.hgb-leipzig.de | gering |
| München | www.tum.de, www.lmu.de,www.musikhochschule-muenchen.mhn | sehr hoch |
| Dresden | www.tu-dresden.de , www.htw-dresden.de | gering-mittel |
| Erlangen | www.uni-erlangen.de , www.fh-nuernberg.de | |
| Heidelberg | www.ph-heidelberg.de , www.uni-heidelberg.de | |
| Stuttgart | www.uni-stuttgart.de , www.uni-hohenheim.de | hoch |
| Freiburg | www.uni-freiburg.de , www.ph-freiburg.de , www.freie-hochschule-freiburg.de | mittel-hoch |
| Göttingen | www.uni-goettingen.de | gering-mittel |
| Köln | www.uni-koeln.de , www.mhs-koeln.de | hoch |
| Frankfurt | www.hfmdk-frankfurt.de , www.uni-frankfurt.de | hoch |
| Hamburg | www.uni-hamburg.de , www.mh-hamburg.de , www.hwp-hamburg.de | |
| Oldenburg | www.uni-oldenburg.de | gering |
| Karlsruhe | www.uni-karlsruhe.de , www.ph-karlsruhe.de | mittel-hoch |
| Aachen | www.rwth-aachen.de | |
| Hannover | www.uni-hannover.de |
*) Angaben ohne Gewähr! wo keine Angabe ist, weis ich nichts. Es hängt natürlich auch vom jeweils eigenen Lebensstandard ab. Man kann auch in München mit wenig Geld auskommen, aber viel schwieriger, als dies zB in Berlin der Fall ist!
§1 Vorbereitung
des Auslandsaufenthaltes in Rumänien
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Bewerbung:
Die Bewerbung um einen Studienplatz verläuft meistens ganz formal
per Post, mit Formularen, Akten usw... Bei besonderen Studiengängen (zB
an Musikhochschulen) gibt es unter Umständen Auswahlverfahren, Aufnahmeprüfungen
etc. Bei mir war das nicht der Fall. Was genau deine Bewerbung enthalten muss
kannst du entweder im Internet nachsehen, oder in der Uni erfragen. Meistens
gibt es so etwas wie einen Info-Point. Dies
ist die Zentrale Anlaufstelle für Studienbewerber und Austauschstudenten.
Hier kannst du alles zu diesem Thema erfragen. An vielen Unis gibt es auch
ein internationales
Zentrum. Hier kannst du dich durchklicken und findest Informationen, wie
du zu einem
Studienplatz an der entsprechenden Uni kommst. Die dazu benötigten
Formulare sind meistens auch online erhältlich.
Wichtig: Bewerbungsfrist einhalten! An der TUM ist das der
15 Juli jeweils vor Studienbeginn im Wintersemester.
Problem: Zu diesem Zeitpunkt hast
du die "Diploma de Baccalaureat" warscheinlich noch nicht in der Hand! Bewerbung
trotzdem fristgerecht abschicken. Einfach dazuschreiben, dass du dein "Abiturzeugnis"
nachreichst, sobald du es hast!
Da die Bewerbung und die gesamte Korrespondenz per Post vor sich geht musst
du damit rechnen, dass alles seine Zeit braucht - also früh anfangen!
Wenn du einen Studienplatz bekommst, schickt dir die Uni einen Zulassungsbescheid.
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Verpflichtungserklärung:
Um ein Studentenvisum zu beantragen musst du nachweisen, dass du in Detschland
finanziell abgesichert bist. Evtl. hast du schon ein Stipendium zugesichert
bekommen (von einer Stiftung oder privat). Im allgemeinen musst du aber einen
deutschen Staatsbürger finden, der für dich eine Verpflichtungserklärung abgibt. Dafür muss dein(e)
Bekannte(r) oder Verwandte(r) zum zuständigen Landratsamt oder Kreisverwaltungsreferat
- je nachdem, ob sie/er ausserhalb oder in der Stadt wohnt - gehen und ein
entsprechendes Formular ausfüllen (kostet €20 und Zeit)! Genaue
Informationen dazu erhälst du in Rumänien zB beim "Generalkonsulat der Bundesrepublik
Deutschland in Hermannstadt"! Rechtzeitig - mehrere Monate vor Studienbeginn
- darüber informieren ist sehr wichtig!
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Visum beantragen:
Da Visum musst du beim Konsulat beantragen. Hier gibt es immer einen Kulturbeauftragten,
der auch für deinen Fall zuständig ist. In der Regel stellt das
Vism kein Problem mehr dar; Jede(r) die/der die Voraussetzungen erfüllt,
bekommt das Recht in Deutschland zu studieren. Auch hier gilt: Sobald du dich
entschieden hast in Deutschland zu studieren, einfach mal zum Konsulat gehen,
und sagen, was du vorhast. Was du dafür alles tun musst erfährst
du da! Und einen Merkzettel/Checkliste gibt es hier auch.
Mit Studentenvisum, Zulassungsbescheid von der Uni, Bleistift und Papier und einem "Haushalt", der in einen Rucksack oder Koffer passt, machst du dich dann auf den Weg nach Deutschland - gute Reise :-) !
§2 Aktenschieberei in Deutschalnd
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Anmeldung:
Sobald du in Deutschland eingetroffen bist, musst du dich anmelden - offiziell
sagen, dass du jetzt hier lebst. Das macht man beim Einwohnermeldeamt
in Großstädten, oder beim Gemeindeamt in Gemeinden, falls du zB
in einem Vorort einer Großstadt wohnt. Beim Einwohnermeldeamt muss man
nur ein Formular, den Meldeschein, ausfüllen und den Ausweis(Reisepass)
vorzeigen. Auf "balkanähnliche" Wartezeiten muss man sich aber
gefasst machen!!
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Konto:
Du wirst hoffentlich viel Geld haben, und dazu benötigst du ein (Giro-)Konto.
Ein solches zu eröffnen ist normalerweise kein Problem. Du musst dir
eine Bank aussuchen (Postbank, Hypovereinsbank, Stadt-/Kreis-Sparkasse etc.), hingehen und ein Formular ausfüllen.
Wartezeiten sind, wenn überhaupt, nur sehr kurz - und sofort danach hast
du dein eigenes Konto mit Kontonummer und Bankleitzahl. Per Post bekommst
du nach einigen Wochen die Kundenkarte(zum Geldabheben) und die Pin, sowie
monatliche Kontoauszüge zugeschickt. Bis dahin musst du dein gesamtes
bares Hab und Gut im Strumpf unter dem Kissen aufbewahren.
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Versicherung:
Wer in Deutschland lebt muss Kranken-/und Pflegeversichert sein. Eine solche
Versicherung kannst du zB bei der AOK oder bei der TK abschliessen. Man zahlt pro Monat den Studentenbeitrag
von derzeit €54,50 bei den gesetzlichen Krankenkassen. Achtung: Ohne Versicherung - keine Immatrikulation
an der Uni! Hier musst du eine Bankverbindung angeben, von der monatlich der
Beitrag abgebucht werden soll! Ist also nicht schlecht, sich das Konto vorher
einzurichten.
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Immatrikulation:
Mit dem Zulassungsbescheid, wird dir auch
mitgeteilt an welchem Tag, in welchem Gebäude und Raum und mit welchen
Akten du zur Immatrikulation erscheinen musst. Immatrikulation erfolgt im
allg. nur persönlich! Wartezeiten von mehreren Stunden sind durchaus
möglich - darum unbedingt früher kommen!
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Aufenthaltsgenehmigung:
Das erste StudentenVisum war bei mir nur 3 Monate gültig. Innerhalb dieser
Zeit musste ich mir einen Aufenthaltstitel besorgen. Dazu musst du einmal
jährlich zum Landratsamt - falls du in einem Vorort einer Großstadt
wohnst - oder zum Kreisverwaltungsreferat (als Stadtmensch) gehen und deine
Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen. Da gibt's oft lange Wartezeiten
und es kostet €20. Funktioniert aber allgemein ohne Probleme.
Dazu
benötigst du: aktuelle Meldebestätigung, Versicherungsbescheinigung
(von der Krankenkasse), aktuelle Immatrikulationsbescheinigung, Finanzierungsnachweis
(Verpflichtungserklärung / Nachweis, dass man ein Stipendium
erhält oder Sparguthaben - !!!mindestens €7000 am Konto!!! - besitzt)
und 2 nette Passphotos und den leicht auszufüllenden Formblattantrag,
der beim LRA bzw. beim KVR ausliegt.
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Wohnen:
Für "casă masă" musst du selber sorgen. Entweder du suchst
dir einen Bleibe auf dem freien Wohnungsmarkt, beim Studentenwerk oder
anderen privaten Wohnheimen. Beim Studentenwerk findet man viele Informationen
zum Studentenleben: zB gibt es den aktuellen Speiseplan aus der Kantinen in
München!! In München ist es alles andere als einfach etwas zu finden.
Der freie Wohnugnsmarkt ist unglaublich teuer, die Wohnheime überfüllt
(da sie billiger sind als die Wohnungen in der Stadt), teilweise sind sogar
die Wartelisten geschlossen. Ich hab erst nach 13 Monaten einen Platz im Heim
bekommen. Bis dahin hab ich eben bei Verwandetn gewohnt. Bei der Wohnungssuche
ist oft Kreativität gefragt.
Es gibt aber auch Städte in denen es kein Problem ist, für wenig
Geld was hübsches zu finden. In Köln kannst du dich auch ohne Zulassungsbescheid
beim Studentenwerk berwerben (sogar online). Erst beim Unterschrieben des
Vertrages musst du nachweisen, dass du studierst (Zulassungsbescheid oder
Immatrikulationsbescheinigung).
Über solche Unterschiede von Stadt zu Stadt, solltest du dich möglichst
schon im voraus informieren.
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Geld auftreiben:
Ist natürlich ein wichtiges Thema. Betuchte Osteuropäer können
sich manchmal privat finanzieren. Arbeiten darfst du 90 ganze Arbeitstage
oder 180 halbe Arbeitstage ( = 4h/Tag;
zB Job an einem Lehrtuhl in der Uni) pro Jahr. Für die Variante mit den180
Tagen müssen wir den Professoren in Deutschland danken - sie haben diese
Regelung veranlasst, um einfacher ausländische Studierende an Lehrstühlen
beschäftigen zu können.
Letzte und beste Möglichkeit an Geld zu kommen: ein Stipendium. Es gibt
eine große Menge von Stiftungen und Förderungswerken, die Stipendien
vergeben. Eine Liste mit über 1000 solcher Stiftungen
kannst du im Internet durchstöbern. Auch Unis verteilen manchmal Stipendien.
Jede Stiftung stellt Bedingungen an die Berwerber und Stipendiaten, die Höhe
des Stipendiums ist verschieden. Die meisten jedoch fördern erst ab den
höheren Semestern. Für ausländische Studienanfänger ist
es oft unglaublich schwer ein Stipendium aus Deutschland zu bekommen. Ich
hab 12 Bewerbungen geschrieben, ohne Erfolg. Mach dir nichts draus, wenn man
dir antwortet, du sollst es doch in zwei Jahren nocheinmal versuchen! Erst
bei der 13. Bewerbung hat es bei mir geklappt. Seit dem Sommer 2002 bin ich
Stipendiat des Evangelischen Studienwerks e.V. Villigst. Das Stipendium
ist ausreichend um ein Leben ohne finanzielle Beschwerden in München
zu führen - ich bin allerdings ein sparsamer Mensch. Über das Thema
Wohnen und Finanzierung des Studiums musst du dich auf alle Fälle früh
informieren - sonst wird dein Aufenthalt in Deutschland eventuell ein Graus!
Viel Erfolg und Freude bei eurem Vorhaben in Deutschland zu studieren. Selbverständlich
könnt ihr mir jederzeit einen Elektrobrief schicken und fragen
stellen, kritisieren, ergänzen!
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Konkret:
Ich habe die Möglichkeit (und bin gerne bereit) Kontakte zu Studenten
in vielen Hochschulstandorten aus Deutschland herzustelle. Schreibt mir einfach
ein kurzes e-mail. Hier sei ein
herzlicher Dank an Hilke gerichtet: Danke!
Sie beantwortet übrigens gerne Fragen zum Studium in Köln.
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Zum Schluss:
Ich hoffe sehr, dass du dir ein Bild davon machen konntest, was dich am Anfang
in Deutschland erwartet, und nützliche Informationen gefunden hast. Irgendwann
hat man alles im Griff, das Leben macht Spaß und das Studium geht voran.
Lass dich nicht vom Papierkram abschrecken. Ganz wichtiger Hinweis: Wenn du
etwas nicht weist, dann musst du ohne Zurückhaltung fragen! Sonst bleibt
dein Problem ungelöst. Die Menschen sind auch hier im allgem. hilfsbereit
und freundlich. Aber aus heiterem Himmel kommt niemand um dir zu helfen -
oder nur sehr selten!
Auch hier auf meiner Seite steht mit Sicherheit nicht alles, was man für einen Studienaufenthalt in Deutschland wissen muss. Falls hier jemand vorbeischaut, der selber andere Erfahrungen gemacht hat, oder etwas vervollständigen oder korrigieren möchte, bin ich gerne bereit die Seite zu ergänzen, zu verbessern und auch zu verlinken. Für konstruktive Anmerkungen und Kritik in diesem Sinne bin ich sehr dankbar! Am besten per e-mail.
letzte Aktualisierung: 10.5.2006 | webmaster